{"id":173,"date":"2011-04-30T12:21:41","date_gmt":"2011-04-30T10:21:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.martinfueg.de\/mein-kleistjahr\/wordpress\/?p=173"},"modified":"2012-03-01T18:20:20","modified_gmt":"2012-03-01T17:20:20","slug":"funkstille","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.martinfueg.de\/mein-kleistjahr\/wordpress\/04\/30\/funkstille\/","title":{"rendered":"Funkstille"},"content":{"rendered":"<p>Kleist f\u00e4hrt nach Paris, verbrennt dort nach eigener Aussage alles, was er bisher in Sachen <em>Robert Guiskard<\/em> zu Papier gebracht hat und teilt in einem sehr kurzen <em>Brief vom 26. Oktober 1803 an Ulrike von Kleist<\/em> mit, dass er gedenkt, sich in eine napoleonisch-englische Schlacht zu st\u00fcrzen und darin umzukommen. <em>Der Himmel versagt mir den Ruhm, das gr\u00f6\u00dfte der G\u00fcter der Erde; ich werfe ihm, wie ein eigensinniges Kind, alle \u00fcbrigen hin.<\/em> Dann ist Funkstille, es ist die letzte \u00fcberlieferte Aufzeichnung Kleists f\u00fcr \u00fcber ein halbes Jahr.<!--more--><\/p>\n<p>Es ist nun Ende April 2011, seit vier Monaten lese ich, mich eng an meinen (bisher gut zu schaffenden) <a title=\"Der Leseplan\" href=\"http:\/\/www.martinfueg.de\/mein-kleistjahr\/wordpress\/der-leseplan\/\">Leseplan<\/a> haltend (fast) t\u00e4glich Kleist, und die Entscheidung, mich im wesentlichen an der Reihenfolge der Entstehung der Texte zu orientieren, war, glaube ich, eine richtige. Das, was G\u00fcnter Blamberger im Vorwort seiner Biografie versprach (und zumindest im ersten Drittel nicht wirklich einh\u00e4lt), n\u00e4mlich <a title=\"Kann man Kleists Leben nicht von seinem Ende her denken?\" href=\"http:\/\/www.martinfueg.de\/mein-kleistjahr\/wordpress\/02\/19\/kann-man-kleists-leben-nicht-von-seinem-ende-her-denken\/\">das Leben Kleists einmal nicht von der Katastrophe seines Endes her zu denken<\/a>, sondern ihn bei seinem Leben zu begleiten und so Kleist einmal nicht als den grandios und spektakul\u00e4r Scheiternden zu sehen, als der er gerade im Kleistjahr von einem Gro\u00dfteil der Presse bislang beschrieben wird, gelingt mir einfach durch die Lekt\u00fcre immer wieder ganz gut und r\u00fcckt ihn mir n\u00e4her.<\/p>\n<p>Durch den \u00fcbergro\u00dfen Anteil der Briefe an Kleists Texten bis 1803 lag der Schwerpunkt meiner Besch\u00e4ftigung mit ihm in den letzten Monaten naturgem\u00e4\u00df bei seinem Leben; der Fokus wird sich in der zweiten Jahresh\u00e4lfte zugunsten der gro\u00dfen Werke verschieben. So ist Kleist mir inzwischen ein ziemlich enger Begleiter geworden; und die Funkstille von Herbst 1803, sein Zur\u00fcckziehen in die Wohnung des Mainzer Arztes Georg Christian Gottlob Wedekind, um dort \u00fcber f\u00fcnf Monate durch wohl eine schwere Depression zu gehen, nehmen mich tats\u00e4chlich ein wenig mit.<\/p>\n<p>Nein, ein Freund ist Kleist mir nicht geworden bisher, daf\u00fcr ist er, mit Verlaub, wirklich zu anstrengend &#8230; aber ich f\u00fchle mit ihm, er ist mir, auch als Mensch, wichtig geworden. Und ich bin froh, dass er mit seiner Schwester Ulrike, mit seinem Freund Ernst von Pfuel, auch und gerade mit diesem Arzt Wedekind Leute in seiner Umgebung hat, die ein wenig auf ihn aufpassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleist f\u00e4hrt nach Paris, verbrennt dort nach eigener Aussage alles, was er bisher in Sachen Robert Guiskard zu Papier gebracht hat und teilt in einem sehr kurzen Brief vom 26. 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