{"id":37,"date":"2011-01-02T14:17:53","date_gmt":"2011-01-02T13:17:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.martinfueg.de\/mein-kleistjahr\/wordpress\/?p=37"},"modified":"2012-03-01T18:20:58","modified_gmt":"2012-03-01T17:20:58","slug":"liebe-ist-arbeit-arbeit-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.martinfueg.de\/mein-kleistjahr\/wordpress\/01\/02\/liebe-ist-arbeit-arbeit-arbeit\/","title":{"rendered":"Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>Das Motto einer bekannten und erfolgreichen niederl\u00e4ndischen Paartherapeutin gilt verbl\u00fcffenderweise auch f\u00fcr eines von Kleists ersten Gedichten, das best\u00fcrzenderweise fast programmatisch erscheint f\u00fcr sein Liebesleben und das seiner Figuren. Doch lassen wir vielleicht erst Evje van Dampen selbst zu Wort kommen:<!--more--><\/p>\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"640\" height=\"505\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/O_KSKwqs5Hk?fs=1&amp;hl=de_DE\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"640\" height=\"505\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/O_KSKwqs5Hk?fs=1&amp;hl=de_DE\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Ja, ja, doch, doch \u2013 <em>Nicht aus des Herzens blo\u00dfem Wunsche keimt &#8230;<\/em>, das Gedicht ohne Titel, ist ein Liebesgedicht, auch wenn\u2019s man gar nicht glauben mag. Bis man begreift, dass Kleist von der Liebe spricht, muss man allerdings durch sieben lange Strophen durch, und die handeln, wie dann leider die abschlie\u00dfende achte Strophe auch, von Arbeit, Arbeit, Arbeit. Was allein der J\u00e4ger alles tun muss, um endlich seinen Hirsch zu ergattern:<\/p>\n<blockquote><p>Der J\u00e4ger mu\u00df in Feld u. Wald ihn suchen,<br \/>\nWenn er daheim mit Beute kehren will.<br \/>\nEr mu\u00df mit jedem Halme sich berathen,<br \/>\nOb er des Hirsches leichte Schenkel trug,<br \/>\nAn jedes Baums entreiftem Aste pr\u00fcfen,<br \/>\nOb ihn sein k\u00f6niglich Geweih ber\u00fchrt.<\/p><\/blockquote>\n<p>usw. usw. bis schlie\u00dflich,<\/p>\n<blockquote><p>Bis in der Wildni\u00df dicksten Mitternacht,<br \/>\nEr kraftlos neben seine Beute sinkt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Happy End also nach harter Arbeit, und so gehts nicht nur dem J\u00e4ger, nein, auch dem Perlenfischer, dem Bergmann, dem Bildhauer, dem Schiffer &#8230; und eben dem Liebenden. Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit, sonst ist es keine Liebe.<\/p>\n<p>Wenn man verdaut hat, dass dieses Gedicht von einem 23-j\u00e4hrigen stammt, der es zudem mit einem begeisterten Brief versehen der Frau geschenkt hat, die er f\u00fcr seine Freundin hielt, wenn man sich irgendwann nicht mehr fassungslos an den Kopf fasst \u00fcber so seltsam verquere Gef\u00fchlskr\u00e4mpfe, keimt das Mitleid auf. Vor allem, weil wir ja schon wissen, wie es weiter ging. Leichte Liebesjubelbriefe und -texte, Texte, wie sie frisch verliebten sonst nur so von der Seele purzeln, werden keine mehr kommen. Naja, doch, einer vielleicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Motto einer bekannten und erfolgreichen niederl\u00e4ndischen Paartherapeutin gilt verbl\u00fcffenderweise auch f\u00fcr eines von Kleists ersten Gedichten, das best\u00fcrzenderweise fast programmatisch erscheint f\u00fcr sein Liebesleben und das seiner Figuren. 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